Auch Andersgläubige kaufen koscher ein

Chicago/Basel (BZZ) – Menschen aller Glaubensrichtungen sind die Kund­schaft für einen stärker werdenden Markt für koschere Lebensmittel. „Koscher“ sind in der jüdischen religiösen Tradition „reine“, „taugliche“ oder „geeignete“ Nahrungsmittel, Gegenstände oder Handlungen. Laut einem soeben publizierten Bericht des global agierenden Marktforschungsunternehmens Mintel in Chicago sind es in den USA längst nicht mehr nur Juden, sondern auch Muslime und Christen, aber auch Menschen ohne religiöse Überzeugung, die koschere Lebensmittel kaufen.

Muslime in den USA wollen auch Biofleisch

Es war für die Muslime in den USA bisher immer eine Herausforderung, Halal-Fleisch zu finden, auch wenn größere Gemeinden über jene Geschäfte und Firmen verfügen, die den islamischen Ernährungsregeln entsprechend schlachten und produzieren. Aber mit dem steigenden Bewusstsein von den Verhältnissen der Lebensmittelerzeugung- insbesondere im Rahmen der Fleischproduktion – in den Riesenfarmen und -fabriken, die Amerikas Lebensmittelgeschäfte beliefern, sind immer mehr Muslime davon überzeugt, dass bloßes Halal-Fleisch alleine nicht ausreicht.

US-Konzern Cargill ersetzt jetzt Ingredienzien aus Schweinefett

Brüssel (BZZ) – Wer den globalen Markt mit Zutaten für die Lebensmittelproduktion beliefern will, der braucht ein gutes Gespür für Trends und Preise. Beim US-Unternehmen Cargill Texturizing Solutions, einem der weltweit führenden Anbieter von Texturizern und Emulgatoren für die Lebensmittel- und Getränkeindustrie sowie die Pharma- und Kosmetik-Märkte, will das Management den steigenden Bedürfnissen der islamischen Welt besser gerecht werden.

Muslime im Einsatz gegen Betrug

Wenn normale Verbraucher Fleisch kaufen, denken sie über kaum mehr nach als über dessen Qualität und seinen Preis nach. Zeigen sie das gleiche Fleisch praktizierenden Muslimen, werden diese einen Haufen Fragen stellen: Wurden rituelle Formeln vor der Schlachtung gesprochen, sind die Tiere fachmännisch geschlachtet worden oder kam das Fleisch vorher mit Alkohol in Berührung? Die Industrie für jene Lebensmittel, deren Verbrauch für Muslime nach islamischem Recht erlaubt ist, legt in ihrem Umsätzen zu – sowohl im Westen als auch in anderen Teilen der Welt. In diesem Jahr soll sie einen geschätzten Umsatz von 375 Milliarden Euro haben, wobei sie nicht nur an Muslime verkauft, sondern in zunehmendem Maße auch an nichtmuslimische Kunden. Aber der Anstieg der Nachfrage nach so genannten „Halal-Produkten“ hat auch zu einem Anstieg von betrügerischen Aktivitäten geführten, bei denen Produzenten und Exporteure Lebensmittel als „Halal“ deklariert haben, obwohl dies nicht der Fall ist.