Der EU kommt der Fleischskandal in Brasilien wie gerufen

Brüssel (BZZ) – Die Schlagzeilen könnten nicht krasser ausfallen: Brasilien liefert der ganzen Welt sein Gammelfleisch wird dem Leser vermeldet. Doch erstens ist die Nachricht masslos übertrieben und zweitens sollten wir hinterfragen, warum diese Neuigkeit ausgerechnet in diesen Tagen publik wird.

Erstens: Von den 21 Kühlhäusern, denen Unregelmässigkeiten vorgeworfen werden, dürfen überhaupt nur vier Produkte nach Europa exportieren. Etwa 20 Personen wurden bisher festgenommen. Das ist eine relativ kleine Zahl von schwarzen Schafen in diesem Milliarden-Dollar-Business. Sie sollen den Verkauf großer Mengen Gammelfleisch, das mit noch haltbarem Fleisch vermischt wurde, organisiert haben. Betroffen ist auch der weltweit größte Fleischproduzent JBS. Er kooperiert schon aus eigenem Interesse mit den Behörden. Auch 33 Lebensmittelkontrolleure wurden bisher entlassen. Wie das Agrarministerium mitteilte, wurden bisher drei Produktionsstätten geschlossen und 21 Betriebe unter Sonderbeobachtung gestellt. Auch das ist eine sehr geringe Zahl von schwarzen Schafen, denn in Brasilien gibt es insgesamt 4´837 Produktionsstätten, die den Export von Fleisch in über 160 Länder abwickeln. Der Export bringt dem Schwellenland jedes Jahr mehr als 14 Milliarden US-Dollar ein.

Zweitens: die Industriestaaten sehen das Wachstum der Landwirtschaft in Brasilien nicht gerne. Nach langen Diskussionen hatten auch die USA im Juli 2016 ihren Markt für brasilianisches Fleisch geöffnet. Es wird erwartet, dass die Regierung von Präsident Trump diesen Schritt bald rückgängig machen wird. Der Anlass dazu könnte dieser offensichtlich aufgebauschte Fleischskandal sein. Frankreich und anderen europäischen Ländern wollen nur widerstrebend den EU-Fleischmarkt für Länder im südamerikanischen Mercosur-Block öffnen. Zu diesen gehören neben den großen Exporteuren Brasilien und Argentinien gehören auch Paraguay und Uruguay. Brasilien ist auch ein wichtiger Exporteur in muslimische Länder. Das gilt auch für das kleine Uruguay, das zertifiziertes Rindfleisch aus islamkonformen Halal-Schlachtungen exportiert. Geschlachtet wird unter Aufsicht von muslimischen Fachleuten ohne Betäubung.

Am Dienstag trafen in Buenos Aires erstmals Delegationen der Europäischen Union und des Mercosur aufeinander. Sie wollen – nach vielen vergeblichen Versuchen – eine gemeinsame Freihandelszone aushandeln. Das Hauptinteresse der Südamerikaner ist die Öffnung Europas für ihre Agrarprodukte – eine der wenigen Branchen, in denen sie weltweit wettbewerbsfähig sind. Fleisch steht ganz oben auf der Wunschliste. Die Lobbys der Fleischproduzenten in den Absatzländern der brasilianischen Marktführer bekommen nun Aufwind: Abgeordnete und der Agrarminister Irlands verlangen einen umgehenden und permanenten Importstopp für brasilianisches Fleisch in Europa. Auch in Belgien und Finnland gibt es Druck auf Brüssel, den Markt längerfristig zu sperren. Dort darben die Landwirte als Folge der Sanktionen, die Russland über Lebensmittelimporte aus der EU verhängte. Jetzt könnte man sich an Brasilien schadlos halten.

Drittens: JBS (Abkürzung für José Batista Sobrinho Sociedade Anónima) ist eine brasilianische Aktiengesellschaft. Sie ist der größte Fleischproduzent der Welt und das größte Fleischverarbeitungsunternehmen in Südamerika. 225 000 Angestellten arbeiten in 240 Schlachthäusern weltweit. Durch Firmenkäufe ist der brasilianische Konzern auch in der Türkei aktiv. Von der Türkei aus könnten unter entsprechender staatlicher Kontrolle der Halal-Markt im Nahen Osten und in Europa bedient werden. Ist erst einmal der neue Grossflughafen von Istanbul in Betrieb, dann wäre er auch ein idealer Umschlagplatz für weisses und rotes Halal-Fleisch.

Fazit: Vorsicht mit einer Vorverurteilung der brasilianischen Fleischwirtschaft. Wir sollten uns daran erinnern, dass auch die EU mehrfach Gammelfleisch-Skandale zu bewältigen hatte, die – relativ betrachtet – wesentlich umfangreicher waren als der jetzige Fehltritt in Brasilien.

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Halal-Importfleisch beschäftigt die Schweizer Politik

Bern (BZZ) – Deklarationspflicht und Wegfall von Zollvergünstigungen – islamfeindliche Politiker in der Schweiz können es auch entgegen dem Rat ihrer Bundesregierung nicht lassen, die heimischen Muslime zu drangsalieren.

Schlachten ohne Betäubung: In der Schweiz ist das seit über hundert Jahren verboten, im grenznahen Ausland – z.B. in Besançon, aber erlaubt. Deshalb soll importiertes Halal-Fleisch als solches beschriftet werden – auf allen Verkaufsstufen. Die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur des Parlaments (WBK) hat mit 13 zu 5 Stimmen bei 3 Enthaltungen einer Initiative der Christlichen Volkspartei (CVP) zugestimmt. Jetzt muss das Schweizer Parlament, der Nationalrat entscheiden.

Wesentlich bedeutsamer als die Deklarationspflicht wäre der Wegfall des Zollkontingents. Total 525 Tonnen dürfen bis heute zollvergünstigt im portiert werden. Laut Regierung ergebe dies pro in der Schweiz lebenden muslimischen Gläubigen und Jahr rund 1,3 Kilogramm Halalfleisch von Rindern und Schafen. Der durchschnittliche Konsum an Rinds- und Schaffleisch betrage aber rund 15 Kilogramm pro Kopf und Jahr. In der Schweiz ist Fleisch erheblich teurer als in den Nachbarländern und in den Grenzregionen boomt der Einkaufstourismus und der Schmuggel.

Bericht in der Schweizer Handelszeitung.

Gemüse wird zum Luxusgut und ist dennoch oft ungesund

Ungesund leben mit Gewächshausgemüse aus Holland und Spanien. Schon in einer Studie von 2008 konnte man nachlesen, dass Kinder in den Niederlanden immer dicker werden und dabei gleichzeitig an Mangelerscheinungen leiden. Die Mangelerscheinungen hängen mit minderwertigen Produkten aus niederländischen Gewächshäusern zusammen. Auch das Gemüse, das wir aus Spanien erhalten wird fast ausschließlich in Gewächshäusern produziert.

Hinzukommt ein Trend zur Standardisierung: In den letzten 100 Jahren hat die Menschheit auf Grund von Monokulturen über 75 Prozent der biologischen Vielfalt verloren. In den meisten Supermärkten liegen mehr oder weniger dieselben Obst- und Gemüsesorten.

Dieser Bericht von RT Deutsch halten wir für lesenswert.
Das teure und das ungesunde Gemüse

Betäubt oder unbetäubt – die Briten haben die Wahl

London (BZZ) – Vereinfacht gesagt erlebt in Grossbritannien das Schlachten ohne jede Betäubung gerade ein „Comeback“. Immer mehr Muslime verlangen nämlich entsprechende Produkte. Parallel dazu wird von einer Mehrheit von muslimischen Verbrauchern aber auch Fleisch als „halal“ akzeptiert, für das die Schlachttiere vor der Tötung durch einen muslimischen Schlachter betäubt worden sind.

Inzwischen hat als Reaktion auf die Forderungen von Produzenten, Händlern und Verbrauchern nach größerer Transparenz, Information und Kennzeichnung, die größte und Pionier-Zertifizierungsstelle von Grossbritannien – die Halal Food Authority (HFA) – ein neues Zertifizierungssystem für Fleisch und Geflügel geschaffen. Es nennt sich „Traditional Halal“.

Diese Zertifizierungsmarke wird ein Label mit den Ausdrücken „Stun-free“ (betäubungsfrei) und „Traditional Halal“ (traditionelles Halal) erhalten. EU-Vorschriften zur Schlachtung werden auf der britischen Insel ohnehin nicht mehr akzeptiert. Der muslimische Kunde hat also dort die Wahl und kann seiner islamischen Rechtsschule folgen. In Deutschland ist dies aufgrund der gesetzlichen Pflicht zur Betäubung nicht möglich.

Originalbericht auf Englisch lesen.

Helal Uzman araniyor – Halal-Fachmann gesucht

Halal-Fachmann gesucht

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Mr. Peter Z. Ziegler
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eMail: service@halal.li

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Bernhard Meemken hat Halal-Zertifizierer gewechselt

Basel (BZZ)- Ausweislich ihrer Website hat die Meemken Wurstwaren GmbH & Co. KG den Halal-Zertifizierer gewechselt. Neuer Zertifizierer ist das Islamische Zentrum in München. (Siehe KAMAR)

Die Meemken Wurstwaren GmbH & Co. KG war im Juni 2011 ins Schussfeld der Kritik geraten als die Stiftung Warentest 207 Geflügelprodukte mit teilweise verheerenden Ergebnissen testete. Das Unternehmen stand damals gleich mit 5 Produkten auf der Liste der unechten Geflügelprodukte. (Archiv siehe halal-produkte.eu)

Auch über den früheren Zertifizierer von Meemken, das Islamische Zentrum Aachen (IZA), das auch als „Halal Europe“ firmiert, gab es in den vergangenen Jahren zahlreiche negative Beiträge und Schlagzeilen. Das IZA verlor schliesslich auch die Akkreditierung bei den Vereinigten Arabischen Emiraten und damit waren die Zertifikate aus Aachen nahezu wertlos. Anders das Islamische Zentrum in München, das zu den renommierten und seriösen deutschen Halal-Zertifizierern zählt. Es spricht für Meemken, dass man sich dort vom IZA getrennt hat.

Die Beauftragte für Kommunikation und Marketing bei Meemken schrieb uns jetzt: „Bei den Erkenntnissen dieses Artikels (aus dem Juni 2011) handelt es sich um überholte und nicht mehr zutreffende Informationen über unsere Marke ‚Kamar´.“ Dafür sollte auch der neue Halal-Zertifizierer gesorgt haben.

In Indonesien droht der „Halal-Extremismus“

Djakarta (BZZ) – Kommt es in Indonesien zu einem „Halal-Extremismus“? Bald soll sogar ein neues Gesetz den „Halal“-Hype untermauern. Entsprechenden Stempel sind dann nicht mehr nur freiwillig, sondern zwingend anzubringen. Im Dezember 2014, nach acht Jahren Debatte, hatte das Parlament in Jakarta eine entsprechende Gesetzesvorlage abgesegnet – inklusive Gefängnisstrafen von bis zu fünf Jahren und einem saftigen Bußgeld. Die WELT hat jetzt in einer Reportage ausgelistet, was alles als islamkonform zertifiziert werden kann. Immer mehr Verbraucher verlangen für die verschiedensten Waren die Bestätigung, dass diese den Regeln des Koran entsprechen.

Die einen halten es für geldgierige Geschäftemacherei, die anderen verteidigen das Bedürfnis nach „sauberen“ Produkten für gläubige Muslime. Der Hype um das „Halal“-Etikett nutze deren Frömmigkeit aus, schimpfen Kritiker. Aber Verteidiger des Trends betonen, dass die Kunden schließlich diese Produkte fordern. „Die Leute fragen sogar nach ‚Halal‘-Toilettenschüsseln“, meint Sirajuddin Suhaimee, der Direktor der Behörde für islamische Entwicklung in Malaysia, Indonesiens mehrheitlich islamischem Nachbarland.

Den Bericht in der WELT lesen.