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Schweden will in der EU rituelle Schlachtungen reduzieren

Stockholm (BZZ) – Schwedens Tierschützer wollen, dass die EU künftig religiöse Schlachtungen strenger überprüft und einheitliche Vorschriften erlässt. Bei einer Sitzung des Rates für Landwirtschaft und Fischerei informierte die schwedische Delegation die EU-Kommission über ihren Wunsch zur Durchsetzung der allgemeinen Verpflichtung zur Betäubung der Tiere vor der Schlachtung.

Nach Meinung der Schweden gäbe es “in bestimmten Mitgliedstaaten”, die nicht namentlich genannt wurden, “eine mögliche Überbeanspruchung der Möglichkeit, Tiere zu schlachten ohne vorherige Betäubung”. Die Kommission erinnerte an die bisherigen Vorgaben und Empfehlungen und wies darauf hin, dass deren Umsetzung auf Subsidiarität beruhe. Das Subsidiaritätsprinzip ist ein wichtiges Konzept und bewährte Praxis für föderale Staatengemeinschaften wie die Europäischen Union.

Nach Meinung der Schweden könnte die EU-Kommission zum Beispiel gezielte Kontrollen durch die Lebensmittel- und Veterinärämter anordnen sowie ein harmonisiertes Verfahren für die Zulassung und Kontrolle der Schlachtbetriebe ohne Betäubung einführen. Darüber hinaus schlägt Schweden vor, dass Fleisch und Fleischprodukte gekennzeichnet werden sollen, wenn die dafür benutzten Schlachttiere nicht betäubt worden seien.

In Schweden ist der Islam mit geschätzten 250 000 Gläubigen die zweitstärkste Religion während nur etwa 10.000 Menschen einer jüdischen Gemeinde angehören. Experten glauben nicht, dass die EU-Kommission auf die umstrittenen Vorschläge eingeht. Eine ähnliche Initiative aus Grossbritannien war vor einigen Monaten gescheitert.

Quelle: Focus.com

Maschine für Halal-Wurst produziert ihre Hülle selbst

Biberach (BZZ) – Eine neuartige Wurstmaschine aus Oberschwaben wird in der fleischverarbeitenden Industrie und im Handwerk auch den Bio- und Halal-Markt erobern. Das System nennt sich Con-Pro-Link und hat der Firma Handtmann in Biberach die „Internationale DLG-Goldmedaille 2012“ für eine vorbildliche Innovation in der vollautomatischen Wurstherstellung eingebracht.

Die Wurstmaschine von Handtmann muss während der Produktion praktisch nie anhalten, weil sie ihre Pelle gleich mitproduziert. Die Maschine schließt die Wurstenden und mit weiteren Anbauten räuchert und verpackt sie die Würstchen sogar. Damit sind Hygienemängel ausgeschlossen und eine unerwünschte Kontamination mit Fremdstoffen, wie z.B. Schwein oder Alkohol, die bei Halal-Produkten die Würste unbrauchbar machen würde, kann ausgeschlossen werden. Der Herstellungsprozess lässt sich automatisieren, wenn ohne Unterbrechung produziert werden kann. Weitgehende Automatisierung bedeutet, dass weniger Keime an die Wurst kommen und sie länger hält. Würstchen mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum, das weiter in der Zukunft liegt, lassen sich besser verkaufen. Beim Erfinder Handtmann hofft man, dass in der Folge weniger Lebensmittel weggeworfen werden.

Das System besteht im Kern aus zwei Maschinen, auf denen jeweils ein großer Trichter sitzt. Solange der eine Trichter genug Brät und der andere das Gel für die Hülle enthält, spuckt sie Würstchen aus. Die Entwicklung dauerte zehn Jahre und hat mehrere Millionen Euro gekostet. Dabei haben die Entwickler mit der Hülle experimentiert, nicht nur, um herauszufinden, was sie kann, sondern auch, um mögliche neue Märkte anzupeilen.

Die Hülle wird auf Algenbasis hergestellt und ist geeignet für Bio- und Halal-Produkte und kann nicht nur für Würste benutzt werden. Handtmann bestätigt: „Die Hülle ist hauchdünn, fleischfrei, vegan und halal. Wir können sogar Frischkäse in die Hülle füllen. Das haben wir bereits ausprobiert.“

Quelle: Schwäbische ZeitungAlbert Handtmann Maschinenfabrik Biberach

Saudi-Arabien ist Deutschlands wichtigster Handelspartner am Golf

Riad (AHK) – Nach Angaben der AHK für Saudi-Arabien gewinnen die deutschen Handelsbeziehungen zu Saudi-Arabien weiterhin an Intensität. In den ersten beiden Monaten 2012 wurden Waren im Wert von insgesamt 1,3 Milliarden Euro nach Saudi-Arabien ausgeführt. Im Vergleich zum Vorjahr ist das eine Steigerung von 29 Prozent. Das bedeutet, dass 23 Prozent aller Exporte in die MENA-Region für Saudi-Arabien bestimmt waren.

Die neuesten Zahlen bestätigen den positiven Trend aus dem Jahr 2011 in dem die Exporte mit einem Ausfuhrwert von auf 6,87 Mrd. Euro ein Wachstum von 19 Prozent erzielten. Mit diesem Exportwachstum liegt Saudi-Arabien weit über dem Durchschnitt des Exportwachstums in die MENA-Staaten, das bei einem Wachstum von ca. 10 Prozent liegt. Auch die Einfuhren aus Saudi-Arabien verzeichneten im Januar und Februar 2012 einen drastischen Zuwachs. Mit Importen im Wert von 245 Mio. Euro steigerten sich die Einfuhren im Vergleich zum Vorjahr um 117 Prozent. Damit ist Saudi-Arabien Deutschlands wichtigster Handelspartner in der MENA-Region.

Quelle: Newsletter von AHK Saudi-Arabien

Neuer globaler Halal-Zertifizierungsstandard in der Diskussion

London (BZZ) – Cert ID Europe, ein führendes Unternehmen für die Zertifizierung, hat sich mit der Hedschas-Gruppe zusammengeschlossen, um die Halal Authority Board (HAB) zu bilden und einen neuen weltweiten Maßstab für die Halal-Zertifizierung in der Lebensmittelindustrie anzubieten.

Das neue HAB Zertifizierungssystem bezeichnet sich als ein realistisches und praktisches Programm, speziell ausgerichtet, um die Anforderungen der 1500 Jahre alten islamischen Religion mit den Anforderungen einer modernen Lebensmittelverarbeitung zu kombinieren. Die Schöpfer des neuen Standards hoffen, dass ein weltweit einheitlicher Standard den Zertifizierungsprozess für die Unternehmen der Lebensmittelbranche und für die Verbraucher verständlicher machen wird.

Die Betäubung eines Schlachttieres ist in diesem Standard nicht mehr explizit untersagt, denn es heisst: “Während dem Schlachtprozess ist der Schmerz für das Tier so gering wie möglich zu halten.” Ferner muss das Schlachttier komplett ausbluten können. Damit könnte eine Betäubung vor der Tötung unter bestimmten Voraussetzungen sogar als erwünscht interpretiert werden. Lediglich die Schlachtung und Verarbeitung eines bereits toten Tieres ist untersagt, doch dieses Verbot ist auch in nationalen Regelungen und Vorschriften der EU enthalten.

HAB hat die Unterstützung von 950 der 1400 britischen Moscheen und ist damit die repräsentativste und einflussreichste Halal-Zertifizierungsstelle für muslimische Konsumenten in Großbritannien und im Ausland. Im Vorstand der Halal Authority Board sitzen 13 der bekanntesten und angesehensten islamischen britischen Gelehrten, die einen breiten Querschnitt der muslimischen Gemeinschaft zu vertreten.

Shaykh Siddiqi, der Gründer der Hedschas-Gruppe, diskutiert derzeit in Dubai mit führenden Vertretern der weltweiten Halal-Community die Einführung eines weltweit gültigen Standards.

Quelle: Meat Trade News DailyGlobal MeatHalal Authority Board

Rituelle Schlachtung bleibt in Luxemburg verboten

Luxemburg (BZZ) – Das Schlachten von Tieren nach religiösen Riten ist im Grossherzogtum Luxemburg untersagt. Und das bleibt auch weiterhin so, betont Landwirtschaftsminister Romain Schneider in seiner Antwort auf eine parlamentarische Anfrage des Abgeordneten Fernand Kartheiser von der “Alternativ Demokratesch Reformpartei” (ADR). Die ADR gilt in Luxemburg als patriotisch und euroskeptisch und hat sich das Image einer populistischen Partei erworben.

Tiere müssen in Luxemburg vor dem Töten betäubt werden. Das entsprechende Reglement sehe zwar Ausnahmen vor. Nur würden diese nicht gestattet, so der Landwirtschaftsminister. Einige Metzgereien bieten ihrer moslimischen und jüdischen Kundschaft Halal- bzw. koscheres Fleisch an, das von entsprechend den religiösen Riten geschlachteten Tieren stammt. Dieses Fleisch werde aus anderen EU-Ländern importiert, so Schneider. Eine spezielle Kennzeichnung ist nicht vorgesehen, da die EU-Gesetzgebung dies nicht vorsieht. Einen Alleingang will Luxemburg nicht unternehmen. Das Land wartet auf entsprechende EU-Regeln.

Hamburger Apotheke informiert Kunden über Halal-Food

Hamburg (BZZ) – Immer mehr Nichtmuslime informieren sich als Verbraucher über die Halal-Lebensmittel der muslimischen Mitbürger. Jetzt berichtet auch die Konsumenteninformation einer grossen Hamburger Apotheke über die korankonforme Ernährung. Auf ihrer Website schreibt die AEZ zur Begründung: “In Deutschland leben etwa 3,5 Millionen Muslime, die zum größten Teil auch den Ernährungsvorschriften ihrer Religion folgen. Wichtige Merkmale sind dabei die Begriffe ´halal´ und ´haram´, die für erlaubte und verbotene Nahrungsmittel stehen.”

In kompakter Form gibt die AEZ einen Überblick über die Ernährung der Muslime, über verbotene Lebensmittel, über die Zertifizierung von Halal-Food und über den Fastenmonat Ramadan, der dieses Jahr bereits Mitte Juli beginnt. Objektiv beschrieben wird auch das so genannte “Schächten”, die betäubungslose Tötung von Schlachttieren. “Das Schächten ist in Deutschland eigentlich durch das Tierschutzgesetz verboten. Es ist jedoch möglich, dass nach dem garantierten Grundrecht der Religionsfreiheit, das im Grundgesetz verankert ist, eine Ausnahmegenehmigung für muslimische Metzger erteilt wird.” Nicht erwähnt wird, dass inzwischen immer mehr moderate Muslime eine Betäubung des Schlachttieres unter bestimmten Bedingungen akzeptieren.

Quelle: AEZ-Apotheke

Hongkong lockt muslimische Geschäftsleute mit Halal-Food

Hongkong (BZZ) – Die zur Volksrepublik China gehörende Sonderverwaltungszone Hongkong zieht immer mehr Kapital und Geschäftsleute islamischer Staaten an und profitiert damit von den stark wachsenden wirtschaftlichen Beziehungen zwischen China und der islamischen Wirtschaft.

Die Online-Version des Time-Magazins berichtet, Halal-Lebensmittel seien unter den muslimischen Geschäftsleuten in Hongkong zunehmend gefragt. Hongkong und China haben den Handel mit den islamischen Ländern wie Indonesien und den Vereinigten Arabischen Emiraten ausgeweitet, damit mehr Restaurants in Hongkong islamkonforme Gerichte anbieten können. Das ansonsten in China überall präsente Schweinefleisch, das in vielen chinesischen Lebensmitteln verwendet wird, ist nach islamischem Recht verboten.

Quelle: behalal.org

Halal essen: So identifizieren Sie Eier, Hühner und den Hühnerstall

Berlin (BZZ) – Eier gehören seit Jahrtausenden traditionell zum christlichen Osterfest – sie symbolisieren neues Leben. Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz beantwortete vor dem Osterfest die wichtigsten Fragen rund ums Ei. Es lohnt sich den Artikel auszudrucken und sich die Codes für den Einkauf zu notieren, denn damit lassen sich Eier, Hühner und der Hühnerstall exakt identifizieren. Beginnt ein Code z.B. mit 3-DE13….. , so kommt das Ei aus einer Käfighaltung im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. Bei Eiern aus ökologischer Erzeugung oder von Hühnern mit Freilandhaltung beginnt der Code mit 0 oder 1.

Der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch von Eiern lag in Deutschland im Jahr 2011 bei 212 Eiern, einschließlich Eier in verarbeiteten Produkten. Damit betrug der Jahresverbrauch insgesamt rund 17,34 Milliarden Eier. Zum Osterfest steigt die Nachfrage nach Eiern und Eiprodukten in der Tat etwas an – der monatliche Verbrauch von Schaleneiern steigt jedoch nur um zwei Stück. Im Vergleich dazu wird die Nachfrage durch das vorweihnachtliche Backen sehr viel stärker gesteigert. Die Haltungsformen für Legehennen haben sich in Deutschland in den vergangenen Jahren grundlegend gewandelt und deutlich verbessert: Einer der Hauptgründe ist, dass Deutschland die Haltung in konventionellen Batterie-Käfigen bereits zum 1. Januar 2010 verboten hat – zwei Jahre früher, als es nach EU-Recht erforderlich gewesen wäre. Die Legehennenhaltung erfolgt seitdem nur noch in Kleingruppen-, Boden- und Freilandhaltung sowie in ökologischer Erzeugung. Das Verbot von Batterie-Käfigen in Deutschland hat zu einer deutlichen Veränderung der Produktionsstruktur geführt: Waren 2008 noch rund 62 Prozent der Legehennen in Deutschland in Käfigen (konventionelle Käfige und Kleingruppenhaltung) untergebracht, leben nach dem Verbot der konventionellen Käfige aktuell nur noch rund 14 Prozent in Kleingruppen. Der Großteil der Legehennen – zwei Drittel aller Tiere – ist in der Bodenhaltung untergebracht: Der Anteil an der Bodenhaltung hat sich zwischen 2008 (21,7 Prozent) und 2011 (64,2 Prozent) fast verdreifacht. 14,4 Prozent der Legehennen lebten 2011 in Freilandhaltung (2008: 11,1 Prozent). Die ökologische Erzeugung steigerte ihren Anteil von 5,1 Prozent in 2008 auf 7,4 Prozent im Jahr 2011.

Welche Eier bevorzugen Verbraucher an der Ladentheke?

Die modernen, artgerechten Haltungsformen in Deutschland spiegeln das veränderte Einkaufsverhalten der Verbraucher wider: Mit über 50 Prozent Marktanteil in Deutschland kaufen die Verbraucher ihre Eier am häufigsten aus Bodenhaltung, danach folgt die Freilandhaltung mit über 20 Prozent. Der Einkauf von Eiern aus ökologischer Erzeugung ist im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2010 um etwa 30 Prozent gestiegen und liegt nun bei rund acht Prozent, der Einkauf von Eiern aus der Kleingruppenhaltung ist um fast 40 Prozent gesunken und liegt nun bei nur noch rund vier Prozent. Die Discounter und Supermärkte, in denen private Haushalte fast die Hälfte ihrer Eiereinkäufe tätigen, konnten durch günstige Kontrakte zu Jahresbeginn die Verbraucherpreise senken. Damit bleiben die Preise für die Verbraucher auf einem stabilen, günstigen Niveau – entgegen dem Trend zu steigenden Preisen in vielen anderen Ländern Europas. In der vergangenen Woche lagen die Verbraucherpreise für Eier aus Bodenhaltung (Gewichtsklasse L) im deutschen Lebensmitteleinzelhandel bei 1,28 Euro pro zehn Stück, das sind 19 Cent weniger als noch im Dezember 2011. Im Discounter kosteten solche Eier in der Vorwoche sogar nur 1,05 Euro. Nicht alle Mitgliedstaaten der EU haben das Verbot der konventionellen Legehennenhaltung rechtzeitig umgesetzt. Die aktuelle Schließung oder Umrüstung konventioneller Legehennenhaltungen in diesen Mitgliedstaaten führt auch am deutschen Markt zu einem mengenmäßig geringeren Gesamtangebot. Dies hat auch zur Folge, dass die Abgabepreise der Erzeuger am freien Markt in den letzten Wochen stark gestiegen sind; seit wenigen Tagen aber sinken die Preise wieder. Zum Teil lagen diese Preise sogar über den Preisen der Discounter, so dass zahlreiche Unternehmen des verarbeitenden Handwerks oder der Verarbeitungsindustrie unter erheblichen Preisdruck gerieten. Aufgrund der günstigen längerfristigen Vertragsbindungen der Discounter mit den Erzeugern wird sich diese Preiserhöhung aber wohl nicht auf die Verbraucherpreise von Eiern auswirken. Auch zum bevorstehenden Osterfest müssen die Verbraucher trotz der verstärkten saisontypischen Nachfrage nicht mit signifikanten Preisanhebungen rechnen. Auch eine Knappheit ist entgegen anderslautender Medienberichte nicht zu befürchten – die Versorgung in Deutschland ist zu jeder Zeit gesichert.

Wie sind Eier in Deutschland gekennzeichnet?

Dem Verbraucher stehen, durch den Ausstieg aus der konventionellen Käfighaltung, aus deutscher Produktion Eier aus ökologischer Erzeugung, der Freilandhaltung, der Bodenhaltung und der Kleingruppenhaltung zur Verfügung. Durch die obligatorische EU-weite Kennzeichnung bei Eiern der Güteklasse A können die Verbraucher sowohl die Haltungsform als auch die Herkunft des Eis feststellen. Die Kennzeichnung der Eier in der Schale ist EU-weit einheitlich in den Vermarktungsnormen für Eier geregelt. Die Vermarktungsnormen gelten für unverarbeitete Eier und nicht für die gekochten und gefärbten Eier. Als verarbeitete Lebensmittel unterliegen sie dem allgemeinen Lebensmittelkennzeichnungsrecht, das ebenfalls EU-weit gilt. Hier sind verpflichtende Angaben über Haltungsformen nicht vorgesehen. Es ist den Herstellern auf freiwilliger Basis aber möglich, bei Lebensmitteln, die Eier enthalten, auch die Haltungsform mit anzugeben.

Der Erzeugercode hat folgenden Aufbau:
Code für das Haltungssystem
0 = Ökologische Erzeugung
1 = Freilandhaltung
2 = Bodenhaltung
3 = Käfighaltung

Code des Registrierungsmitgliedstaats (Herkunft)
Zwei Buchstaben für den Mitgliedstaat, zum Beispiel:
AT = Österreich
BE = Belgien
DE = Deutschland
NL = Niederlande
PL = Polen

Identifizierung des Betriebs
Jeder Mitgliedstaat hat ein System eingerichtet, mit dessen Hilfe den zu registrierenden Betrieben eine individuelle Nummer zugewiesen wird. Es können weitere Stellen angefügt werden, um einzelne Bestände/Ställe zu identifizieren.
Beispiel: 1-DE-0212341
1 = Haltungsform: hier Freilandhaltung
DE = Herkunft: hier Deutschland
0212341 = Betriebsnummer, wobei die beiden ersten Stellen das Bundesland (im Beispiel 02), die dritte bis sechste Stelle den Betrieb (im Beispiel 1234) und die siebte Stelle den jeweiligen Stall (im Beispiel 1) identifiziert.
Die Bundesländer haben folgende Kennung:
01 = Schleswig Holstein
02 = Hamburg
03 = Niedersachsen
04 = Bremen
05 = Nordrhein-Westfalen
06 = Hessen
07 = Rheinland-Pfalz
08 = Baden-Württemberg
09 = Bayern
10 = Saarland
11 = Berlin
12 = Brandenburg
13 = Mecklenburg-Vorpommern
14 = Sachsen
15 = Sachsen-Anhalt
16 = Thüringen

Foodwatch rügt: Clausthaler ist nicht alkoholfrei

Frankfurt/Main (BZZ) – Die Radeberger Gruppe, Hersteller von Clausthaler, ist unter Beschuss der Verbraucherschützer geraten. Foodwatch wirft den Bierbrauern Etikettenschwindel vor, denn „Clausthaler Classic“, das „Bier unter den Alkoholfreien“ (Clausthaler über Clausthaler) enthält tatsächlich 0,45 Vol.-% Alkohol. “Sauber ist das nicht”. schreibt Foodwatch. Wo „alkoholfrei“ drauf stehe, dürfe auch kein Alkohol drin sein. “Ganz einfach”. Eine Neubewertung bedarf es jetzt auch für viele Muslime, die bisher davon ausgegangen sind, im Clausthaler befände sich kein Alkohol oder allenfalls minimale Spuren davon.

Die Radeberger Gruppe ist mit einem Marktanteil von 15 Prozent derzeit Marktführer im deutschen Biermarkt. Sie gehört zu dem Familienunternehmen Dr. August Oetker KG in Bielefeld – und ist ein strategisches Geschäftsfeld der Oetker-Gruppe. Die Radeberger Gruppe versteht sich als Bewahrer deutscher Bierkultur, doch Deutschlands Brauer weigern sich seit jeher den wahren Alkoholgehalt der sogenannten alkoholfreien Biere aufs Etikett zu schreiben. Wenn es nach ihnen geht, heißt „alkoholfrei“ eigentlich „bis unterhalb 0,5 Vol.-% Alkohol“, rügen die Konsumentenschützer.

Unter den Ländern mit strenggläubigen Muslimen wie z.B. in Saudi-Arabien und Iran sind alkoholfreie Biere wie Holsten, Barbican and Moussy nicht verboten. Unter den verschiedenen Rechtsschulen des Islam herrschen jedoch erhebliche Differenzen dazu, ob diese Biere wirklich islamrechtlich legal, d.h. “halal” sind. In der EU gibt es ebenfalls erhebliche Unterschiede dazu, was als “alkoholfreies” Bier verkauft werden kann. In Grossbritannien darf Bier, das mit “No alcohol” oder mit “alcohol-free” bezeichnet wird, nicht mehr als 0.05% Vol.-% Alkohol aufweisen, darüber gibt es den Begriff “dealcoholised”, der bis zu 0.5% Vol.-% reicht. Biere mit der Qualifikation “low-alcohol” dürfen nicht mehr als 1.2% Vol.-% Alkohol beinhalten. In einigen Staaten der Europäischen Union, darunter auch Deutschland, darf sich Bier mit bis zu 0.5% Vol.-% jedoch gesetzeskonform “alkoholfrei” nennen. Angesichts sonstiger Harmonisierungsinitiativen aus Brüssel erscheint das immer mehr Konsumenten unverständlich, denn nicht nur für Schwangere, auch für Alkoholkranke kann das zu gefährlichen Missverständnissen führen.

Foodwatch meint, für Radeberger sollte es das geringste Problem sein, ihr Clausthaler künftig auch in Deutschland ehrlich zu kennzeichnen: Für die Einreichung bei einem internationalen Bier-Wettbewerb war das Produkt gekennzeichnet als „Alkoholarmes Premium Lagerbier“ mit „weniger als 0,5 % Alkohol“. “Radeberger kann auch ehrlich sein, nur nicht zu Hause in Deutschland. Lassen Sie sich das nicht gefallen!”, ruft Foodwatch auf und regt einen Protestbrief an den Sprecher der Geschäftsleitung an:

Sehr geehrter Herr Dr. Christmann,

jeder sollte frei entscheiden können, ob und wann er Alkohol zu sich nimmt. Sei es aus Prinzip, aus gesundheitlichen oder religiösen Gründen. Nicht zuletzt empfiehlt die staatliche Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) für Schwangere einen Nullkonsum von Alkohol.

Das scheint Sie allerdings nicht sonderlich zu interessieren. Ihr „Clausthaler Classic“, Alkoholgehalt 0,45 Vol.-%, bezeichnen Sie schließlich seit jeher als „alkoholfrei“ und verschweigen den Alkoholgehalt auf dem Etikett. Zumindest in Deutschland.

Für die Jury der „World Beer Awards“ hingegen, – einem internationalen Bier-Wettbewerb, mit dem Sie auf Ihrer Internetseite werben – haben Sie ein ehrliches Etikett genommen. Dort kennzeichnen Sie das Produkt als „Alkoholarmes Premium Lagerbier“ mit „weniger als 0,5 % Alkohol“.

Hiermit fordere ich Sie auf, auch in Ihrem Heimatmarkt Deutschland endlich mit der Irreführung aufzuhören und Ihr „Clausthaler Classic“ als das zu bewerben, was es wirklich ist: alkoholarmes Bier.

Um es in Ihren Worten zu sagen – alles, was Ihr Bier braucht, ist eine ehrliche Kennzeichnung: „Alkoholarmes Bier. Alkoholgehalt unter 0,5 Vol.-%.“

Quelle und Teilnahme am Protest: Link zu Foodwatch
Alkoholgehalt in Europa (Wikipedia)
Alkoholfreies Bier in islamischen Staaten

Halal-Fleisch in Grossbritannien soll sichtbar gekennzeichnet sein

London (BZZ) – Fleisch, das aus Schlachttieren gewonnen worden ist, die rituell und ohne Betäubung geschlachtet worden sind, soll in Grossbritannien künftig gekennzeichnet werden müssen. Laut dem Unterstaatssekretär im Ministerium für Umwelt, Nahrungsmittel und Landentwicklung, Lord Taylor of  Holbeach, arbeite sein Team gegenwärtig an einem Entwurf.  Das neue Gesetz soll als nationale Zwischenlösung dienen bis die Europäische Union ihrerseits eine Vorschrift erlassen habe. Die britische Regierung setzt sich damit einmal mehr in Gegensatz zur EU-Kommission, die eine derartige Kennzeichnung schon aus Wettbewerbsgründen ablehnt, doch auf die EU will die konservative Regierung in London jetzt nicht mehr länger warten.

Halal-Fleisch in der britischen Öffentlichkeit

Zustimmung erhalten Hardliner wie Lord Taylor von der konservativen englischen Presse, allen voran die Mail, die einmal mehr vor der angeblichen Übernahme der islamischen Kultur im Königreich warnt. “Jetzt werden sie uns sagen müssen, wenn wir Halal essen”, so betitelt Mail Online ihre Nachricht. Lord Taylor sagte laut Mail den Parlamentariern: “Die Regierung spricht sich für diesen Weg (der Kennzeichnung) aus und wird nicht gestatten, die Aufklärung der Verbraucher zur Debatte zu stellen, genau so wenig wie das Leid der Tiere, die ohne Betäubung getötet werden.”

Ein Bild des islamfeindlich gehaltenen Artikels in der Mail sagt: “Großbritannien wird Halal und die Öffentlichkeit erfährt es nicht einmal.” Und es wird noch gesagt, wie schockiert die Parlamentarier angeblich gewesen seien, dass bereits im Parlament Halal-Fleisch serviert wurde, und das man sie ohne ihr Wissen zwang, islamkonforme Lebensmittel zu konsumieren.

Quelle: Mail Online