Halal-Fleisch in Grossbritannien soll sichtbar gekennzeichnet sein

Fleisch, das aus Schlachttieren gewonnen worden ist, die rituell und ohne Betäubung geschlachtet worden sind, soll in Grossbritannien künftig gekennzeichnet werden müssen. Laut dem Unterstaatssekretär im Ministerium für Umwelt, Nahrungsmittel und Landentwicklung, Lord Taylor of  Holbeach, arbeite sein Team gegenwärtig an einem Entwurf.  Das neue Gesetz soll als nationale Zwischenlösung dienen bis die Europäische Union ihrerseits eine Vorschrift erlassen habe.

Lebensmittelschwindel: Halal-Fleisch ohne Zertifikat

Immer mehr Produkte in heimischen Supermärkten werben mit dem Halal-Zeichen und wollen damit muslimische Verbraucher zum Kauf animieren. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist die Halal-Kennzeichnung allerdings keine Pflichtkennzeichnung nach dem Lebensmittelkenn­zeichnungsrecht und in der Folge wird von vielen Herstellern geschwindelt.

Halal-Food: Deutsche Händler haben immer noch Angst

Nach scharia-konformen Produkten in der Finanzindustrie springen nun auch immer mehr Lebensmittelriesen auf den Zug mit Artikeln auf, die nach den Regeln des Koran hergestellt werden. Obwohl das Segment trotz oder gerade wegen der Wirtschaftskrise schon in Ländern Großbritannien und Frankreich floriert und Mrd.-Umsätze winken, zeigten sich Händler in der Bundesrepublik aber nach wie vor skeptisch.

Frankreich hat Appetit auf Halal: Fast-Food wird islamkonform

Einmal mehr nehmen deutsche Medien zur Kenntnis, dass in Frankreich muslimische Verbraucher mit ihrem Portemonnaie darüber abstimmen, was sie gerne essen möchten und was folglich in Supermärkten, Restaurants und vor allem in den grossen Imbissketten angeboten wird. Das Geschäft mit korangerechtem Fleisch erlebt in Frankreich einen wahren Boom, stellt die „Frankfurter Rundschau“ fest. Jetzt bietet auch die Fastfoodkette Quick in 14 Lokalen nur noch Fleisch an, das halal ist.

Ein Milliardenmarkt und wieso es trotzdem keine Halal-Zertifizierung gibt

Im neuesten Migrationsmagazin „Migazin“ erklärt Anya Schlie, Vorstandsmitglied der deutsch-türkischen Vereinigung DTFood, die Problematik der Halal-Zertifizierung in Deutschland. Der Weltmarktanteil für Halal-Nahrungsmittel lag in 2010 bei 651 Milliarden USD. Auf Europa entfielen 67 Milliarden USD und auf Deutschland fünf Milliarden USD. Wieso die Lebensmittelindustrie trotzdem keine Halal-Zertifizierung vornimmt, wer die Leidtragenden sind und wer gefordert ist, wird von der Autorin kritisch beleuchtet.

In Deutschland leben rund 4,3 Millionen Muslime. Sie alle würden sich – wenn sie die Wahl hätten – nach den Vorgaben des Korans, also halal, ernähren. Das Problem dabei: Wie soll der muslimische Konsument wissen, was halal und somit erlaubt ist und was haram und verboten?

Warnung: Geflügelwurst von Edeka mit Schwein

Die Handelskette Edeka, zu der im Grenzgebiet zur Schweiz und Frankreich auch der ansonsten renommierte Hieber-Markt gehört, hat ihre Geflügelwurst entgegen ursprünglichen Annahmen nicht mit Rindfleisch sondern mit 31% Schweinefleisch angereichert. Muslime und Menschen, die Schweinefleisch nicht vertragen oder nicht mögen, seien vor diesem Edeka-Produkt gewarnt.

Warentest entlarvt auch skandalöse Zustände in der Halal-Branche

Die Nachricht ist unzweideutig und alarmierend: die Stiftung Warentest hat die Etiketten von 207 Geflügelfleischerzeugnissen überprüft: Bei etwa jeder vierten Wurst stand groß „Geflügel“, „Pute“ oder „Truthahn“ drauf, doch es war auch Fleisch vom Schwein oder Rind verarbeitet – überwiegend fast genauso viel, manchmal sogar mehr als Geflügelfleisch. Doch auch das deutsche Halal-Food und dessen Zertifizierer sind erneut in die Schusslinie geraten, allen voran die Meemken Wurstwaren und das Islamische Zentrum in Aachen. Fachautor Peter Z. Ziegler: „Folgt nach dem misslungenen Tests bei der Stiftung Warentest ein Meemken-Skandal, dann wird dieser die deutsch-türkische Halal-Szene bis auf die Grundfesten erschüttern.“

FAZ berichtet über das deutsche Halal-Experiment

Nach der deutschen Presseagentur, deren jüngster Artikel über die fehlenden Halal-Lebensmittel in deutschen Supermärkten landesweit nachgedruckt worden ist, befasste sich auch FAZ.NET, die Webausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, mit dem spektakulären Titel „Das Halal-Experiment“ mit Halal-Lebensmitteln in deutschen Regalen.