Österreichs Wirtschaftskammer bietet Halal-Seminare an

Halal-konforme Lebensmittel sind in der westlichen Welt ungebrochen auf dem Vormarsch. Einige Industrie- und Handelskammern in Deutschland sehen schon seit drei Jahren Informationen über das Halal-Business als Serviceleistung an, andere verweigern sich noch mangels Bedarf oder besserer Erkenntnis. In Österreich ist seit geraumer Zeit die Wirtschaftskammer eine Organisation, die sowohl heimischen Erzeugern und dem Handel als auch den muslimischen Verbrauchern dient. Nicht nur in Wien, auch in der Provinz sind Halal-Produkte auf dem Vormarsch wie ein Beispiel aus Linz zeigt.

Koscher und Halal: Friede geht durch den Magen

Esstisch statt Verhandlungstisch hieß es Dienstagabend im Hilton Vienna. Das Hotel und die Botschaft des Staates Israel stellten die Initiative „Cooking for Peace“ vor, die den Alltag im Nahen Osten vermitteln und zeigen will, dass trotz aller Probleme die Gemeinsamkeiten überwiegen. So sind beispiels­weise die religiösen Ernährungsvorschriften von Juden und Muslimen durchaus kompatibel: Wer „koscher“ lebt, kann grundsätzlich auch zu „halal“ greifen.

Sabotage im Supermarkt: Vorsicht vor falschen Halal-Etiketten

Immer öfter werden Supermärkte in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die islamkonforme Fleisch- und Wurstwaren anbieten, von islamphoben und rechtsradikalen Aktivisten sabotiert. Auf diversen Weblogs der rechtspopulistischen Szene wird neuerdings offen dazu aufgefordert, Halal-Etiketten selbst zu drucken und im Supermarkt auf Schweinefleisch-Produkte aufzukleben.

Europas Normierungsinstitute ringen um ein Halal-Zertifikat

Eine Arbeitsgruppe unter Leitung von Austrian Standards Institute (AS) analysiert derzeit die Machbarkeit einer Europäischen Norm innerhalb des Europäischen Komitees für Normung CEN. Die erste Sitzung fand Ende Oktober 2010 in Wien statt. Zuvor war der Vorschlag aus Österreich zur schriftlichen Stellungnahme verbreitet worden. Fazit: mehrheitlich stimmten die 30 Mitglieder von CEN zwar zu, Keyplayer wie Deutschland, Frankreich und Grossbritannien lehnten den Vorschlag aus Wien jedoch kategorisch ab.